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Was will mir das Leben eigentlich sagen?

Es gibt Zeiten im Leben, da scheint es, als ob man in einem immer wiederkehrenden Muster gefangen ist. Eine Abfolge von Ereignissen, die uns unvermeidlich zurück an denselben Startpunkt katapultiert. Für mich war diese Erkenntnis wie ein Blitz, der aus heiterem Himmel einschlug. Immer wieder fand ich mich in denselben Situationen gefangen – als ob das Universum mir eine Botschaft senden wollte, die ich einfach nicht entziffern konnte. Doch eines Tages änderte sich alles: Ich entdeckte die tiefreichende Bedeutung der Potentiale einer Seele.


Es war eine einfache Frage, die ich mir stellte, die alles in Bewegung setzte: Lebe ich wirklich das Leben, das ich mir innerlich erträume, oder habe ich mich in einer Vision verloren, die gar nichts mit meiner Realität zu tun hat?


Auslöser war die anhaltende Findungsphase meines Mannes, die mich, mein Können aber auch meine Grenzen so sehr forderten wie nur etwas. Ich begann meine Beziehungen in einem neuen Licht zu betrachten und erkannte, wie oft wir uns in die Potentiale der Menschen verlieben, in das, was sein könnte, anstatt das, was ist, zu akzeptieren.


Ich sah seine wundervollen Potentiale aber es stand mit nicht zu, zu fordern, dass er sie in diesem Leben auch zu leben zu beginnen. Keiner kann das. Und so hatte ich mich voller Fürsorge um ein illusorisches Bild gekümmert.


Diese Projektionen sind unheimlich verführerisch. Sie bieten uns ein Bild der Vollkommenheit, eine Person oder eine Situation, die alle Erwartungen erfüllt und jeden Traum verwirklicht. Doch in diesem idealisierten Bild gibt es keinen Platz für den Weg der Seele. Wir sehen die Möglichkeiten und vergessen dabei, wie sie tatsächlich im Hier und Jetzt existiert. Das führt unweigerlich zu Enttäuschungen, wenn die Realität die Vorstellungen nicht einholt.


In meinen Beziehungen erlebte ich wiederholt diesen Konflikt. Alles ging meiner Meinung nach auf ihn zurück, auf deren Unfähigkeit, diese scheinbar greifbaren Potentiale zu erreichen, ohne zu sehen, dass das eigentliche Problem in meiner Wahrnehmung lag. Es war die Erkenntnis, dass ich mich in eine Vision verliebt hatte – eine Vision von uns beiden, von dem, was wir sein könnten. Aber wir waren nicht dort. Zumindest noch nicht.


In konfliktreichen Situationen jenseits von Partnerschaft ist es das Gleiche:

Wir träumen uns hin, wie es sein sollte und ganz heimlich geschieht, das wir vergessen, dass das noch ein Weg dahin ist. Jemand gibt uns eine Chance oder die Möglichkeit, die uns ein Proble löst. Wir sind so schnell verzaubert und hängen in der Zukunftsversion, dass wir nicht bemerken, wie wir aus dem Jetzt ausgestiegen sind.


In dieser Einsicht wurde mir immer tiefer klar, wie ähnlich sich diese Prozesse in meinem Inneren abspielten. Ich fragte mich: Bin ich selbst eine Gefangene der potentialisierten Sichtweise meiner Selbst? Habe ich mir eine Welt geschaffen, in der ich die Mentorin, die Wegbereiterin und die Problemlöserin bin – eine Welt, die streng nach meiner inneren Fantasie lebt, und nicht nach den tatsächlichen Möglichkeiten der realen Welt? Diese Rollen waren so überzeugend und erfüllend, aber hatten sie eine echte Substanz?


Es war eine schmerzhafte Erkenntnis, dass oft die Welt, die wir uns in unserem Geist erschaffen, nicht mit der Außenwelt übereinstimmt. Es ist fast eine Form von Realitätsverlust, in der wir eine Rolle mit unserem wahren Selbst verwechseln. Es lenkte mich dazu, einen tiefen Blick in mich selbst zu wagen und herauszufinden, welche Aspekte ich tatsächlich verkörpere und wo ich noch an einer Fassade festhalte.


Wenn ich mein eigenes Leben objektiv betrachtete, durch die Augen eines Fremden, wäre es mir klar geworden, dass oft die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit es ist, die zu Frustrationen führt. Diese innere Spannung zwischen der verkörperten Rolle und der tatsächlichen Realität wirkt wie ein Weckruf. Eine Einladung, die uns herausfordert, die Wahrheit zu akzeptieren und unseren wahren Platz im Leben zu finden.


Für viele von uns ist es leichter, in dieser selbst erschaffenen Blase zu verweilen – denn die Realität kann hart sein, und sie zwingt uns dazu, Schwächen einzugestehen und unsere verwundbarsten Seiten nach außen zu kehren. Aber genau hier, in diesem Akt der Verwundbarkeit, liegt das wahre Wachstum, die wahre Transformation.


Wenn wir diese Brille der Illusion ablegen, erkennen wir die Essenz, die Menschlichkeit und die Unvollkommenheit – nicht als Fehler, sondern als Möglichkeit zur Entfaltung und Entwicklung. Die Realität, so hart sie sein mag, ist der Ort, an dem das wahre Potenzial des Lebens liegt. Sie ist der Boden, auf dem wir unsere Wurzeln schlagen und uns schließlich frei entfalten können.


Beginnen wir, unsere Perspektive zu ändern, und hören wir auf zu sagen: "Ich bin dies, ich bin das," und stellen wir in Frage, was wir wirklich sind. Beginnen wir, den wirklichen Bedürfnissen des Augenblicks zu begegnen. Die Verwirklichung unseres authentischen Selbst liegt nicht in der Erfüllung einer idealisierten Vision, sondern in der Akzeptanz dessen, was ist, und in der Bereitschaft, daran zu arbeiten, was alles werden könnte.


Das Leben erinnert uns immer wieder an unsere derzeitigen Illusionen, bis wir die Lektion gelernt haben. Es zwingt uns dazu, das zu integrieren, was wir sehen, und das zu sein, wofür wir ins Dasein gerufen wurden. Authentizität kommt mit einem Preis – der Unverfälschtheit – und die Belohnung ist das wahre, unverstellte Leben.


Wenn diese Reflexion etwas in Dir berührt hat, dann lade ich Dich ein, die wichtigste Reise Deines Lebens anzutreten – die Reise zu Deinem wahren Selbst. Setze Dich hin, finde Dein Zentrum und frage Dich: Was ist das, was ich wirklich brauche? Was ist das, was die Realität dieses Lebens von mir verlangt? Gehe den Schritt heraus aus der Traumwelt der Projektionen und hinein in die Verwirklichung des Hier und Jetzt.


Ich lade ein, mit voller Dankbarkeit und offener Erwartung diese Reise gemeinsam zu erkunden. Denn das Leben lebt nur in Wahrheit und Bewusstsein. Es ist mehr als nur eine Reise zu sein, es ist die Befreiung des authentischen Ich. Du bist herzlich willkommen, die verwebten Illusionen hinter Dir zu lassen und das unerforschte Potential zu entdecken, das darauf wartet, entfaltet zu werden.

 
 
 

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